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Wer vor zehn Jahren gesagt hätte, dass Hörgeräte im Jahr 2015 noch kleiner als ein Fingernagel sein können, dem hätten wahrscheinlich viele Menschen nicht geglaubt. Und das aus gutem Grund: Waren Hörgeräte damals doch weitaus größer und klobiger als heute. Dennoch: Im Jahr 2015 sind kleine Hörgeräte, die beinahe unsichtbar im oder hinter dem Ohr verschwinden, längst auf dem Markt etabliert und stehen modernen Computern in Sachen Rechenleistung in nichts nach – verbirgt sich in ihnen doch ein beeindruckendes Stück Ingenieurskunst.

Ein aktuelles Hörgerät funktioniert digital und tauscht in Sekundenbruchteilen viele Informationen mit dem zweiten Gerät am anderen Ohr aus (Stichwort Binauralität). Mit einer Hörlösung zu leben ist heutzutage keine große Einschränkung mehr und längst weiter verbreitet als man vermuten könnte. Ohne Frage: Sie können damit nicht nur ein optimales Hörerlebnis erzielen, sondern auch Ihre Lebensqualität erheblich steigern. Wenn Sie sich gedanklich schon einmal mit dem Thema auseinandergesetzt haben, kamen Ihnen bestimmt eine oder mehrere der nachfolgenden Fragen in den Sinn?

Hörgeräte Klassen – Vom Ferrari zum Golf

Bei Hörgeräten verhält es sich ähnlich wie mit Autos: Zu einem kleineren Preis bekommt man bereits einen Kleinwagen, der die grundlegenden Bedürfnisse erfüllt. Will man aber einen Sportwagen, der nicht nur schnittig aussieht, sondern auch mehr PS unter der Haube hat, muss man etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Ein Hörgerät der Einstiegsklasse kostet, abzüglich der Unterstützung durch die Krankenkasse, zwischen 10 und 500 Euro und ist mit den Basis-Funktionen ausgestattet. Bei Hörhilfen die dem Mittelklasse-Segment zuzuordnen sind, liegen die Preise zwischen 500 und 1.200 Euro, unter bereits berücksichtigter Zuzahlung durch die Kasse. Hiermit haben Sie ein Gerät erworben, das bereits über Funktionen wie Richtungshören verfügt und sich kabellos mit dem Telefon oder Fernseher verbinden lässt. Ein Hörsystem der Premiumklasse verfügt über zusätzliche Besonderheiten – wie etwa automatisches 360°-Hören. Manche Geräte können sich außerdem ohne Zutun an die jeweilige Hörumgebung anpassen und ersparen Ihnen dadurch ein manuelles Umschalten der einzelnen Programme. Die Preise für ein solches Hörgerät liegen zwischen 1.200 und 1.800 Euro.

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Welche Klasse für Sie die passende ist, ist also nicht nur eine Frage der Kosten, sondern richtet sich vielmehr an den jeweiligen Anforderungen, die Sie an das Gerät stellen. Für Personen, die sich vermehrt in häuslichen Umgebungen aufhalten, kann auch ein Einstiegsklassen-Hörgerät seinen Zweck erfüllen. Ein Hörsystem der Premiumklasse ist empfehlenswert, wenn Sie sehr aktiv sind, Sie abends oft mit Freunden und Familie im Restaurant sitzen oder sich gerne sportlich betätigen. Im Endeffekt ist es wichtig, dass Sie Hörgeräte wählen, bei denen Preis und Leistung Ihren Ansprüchen gerecht werden. Dabei ist im Übrigen auch die Bauform des Hörgeräts ein wichtiger Punkt.

Varietät Hörgeräte

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Die Bauformen: Hinter-dem-Ohr oder Im-Ohr?

Ebenso wichtig wie der Hersteller der Hörgeräte und die Geräteklasse ist, eine passende Bauform zu wählen. Grundsätzlich wird zwischen zwei Bauformen unterschieden: Hinter-dem-Ohr (HdO) Hörgeräte und solche, die Im-Ohr (IdO) getragen werden. Letztere unterteilen sich noch einmal in weitere Unterformen. Der Vorteil von HdO-Hörgeräten ist, dass sie unabhängig vom Hörverlust und der Größe des Gehörgangs in der Regel von jedem genutzt werden können. IdO-Hörsysteme sind beispielsweise ungeeignet, wenn der Gehörgang zu schmal ist, sodass das Hörgerät dort nicht hineinpasst. Dafür können solche Hörgeräte nahezu unsichtbar im Ohr verschwinden. Hierbei ist ein klärendes Beratungsgespräch mit einem ausführlichen Test der einzelnen Hörsysteme beim Hörgeräteakustiker zu empfehlen.

Digitale Hörgeräte im Jahr 2015 – Technologie auf der Überholspur

Durch die fortschrittliche Technik ist es möglich geworden, Hörgeräte in immer kleiner werdende Bauformen zu verpacken – und dabei nicht auf wichtige Funktionen verzichten zu müssen. Dadurch kann Platz in den Gehäusen moderner Hörgeräte eingespart und stattdessen für Mikrofone und Batterien verwendet werden. Dies hat für einen gewaltigen Sprung in der technologischen Entwicklung von Hörgeräten gesorgt. Ein weiterer Meilenstein dieser Art gelang, als das binaurale Verfahren für Hörgeräte eingeführt wurde. Diese von Siemens in Zusammenarbeit mit der Universität Oldenburg entwickelte Technik wurde bereits im Jahr 2012 mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet. Hinter dem Wort „binaural“ verbirgt sich ein recht simpel zu erklärendes Prinzip: Binaural bedeutet, dass beide Ohren im Hörprozess eine Einheit bilden. Das Hörgerät am linken Ohr kommuniziert via Funkverbund drahtlos (wireless) mit dem rechten und umgekehrt. Der stete Datenaustausch zwischen den beiden Hörgeräten gestaltet das Hörerlebnis deutlich natürlicher und verhilft zu einem verbesserten Hören. Auch die Orientierung im Raum wird durch die binaurale Technik optimiert.

Moderne Hörgeräte und Konnektivität

Im Jahr 2015, wo YouTube, Facebook und Twitter fest zu unserem Alltag gehören, werden die Verbindungsmöglichkeiten mit Smartphones immer wichtiger – auch für Hörgeräte. Das ReSound LiNX sorgte als das erste iPhone Hörgerät in der Presse für Furore und machte damit den Anfang. Es wurde das erste Mal möglich, digitale Hörgeräte direkt via App über das eigene Smartphone zu bedienen. Weitere Geräte wie das Starkey Halo oder das Siemens Ace (binax) sind ebenfalls mit verschiedenen iOS- und Android-Geräten kompatibel. So ist es beispielsweise möglich, Telefongespräche direkt auf die Hörgeräte zu streamen, ohne den Umweg über ein Zusatzgerät machen zu müssen. Auch die komfortable Steuerung der Hörsysteme via App – beispielsweise um ein bestimmtes Hörprogramm einzustellen oder die Lautstärke zu regulieren – ist mittels der neuen Technologien kein Problem mehr. Ein weiterer Vorteil dieser Hörgeräte liegt darin, Musik, Videos etc. direkt auf die Hörgeräte zu übertragen. Das schließt sowohl Videos auf YouTube oder Facebook als auch die private Musikbibliothek auf dem Smartphone mit ein.

Autor: Wellcome Library, London; Quelle, CC

Autor: Wellcome Library, London; Quelle, CC

Entscheiden Sie sich für ein Hörgerät – besser früher als später!

Sie verstehen Ihren Gesprächspartner nicht deutlich genug? Unterhaltungen in lauter Umgebung empfinden Sie als anstrengend? Sie vermissen das Zwitschern der Vögel oder das Lachen der Kinder und Enkelkinder? Das Hörvermögen kann mit einem Hörgerät deutlich gesteigert werden. Generell ist es ratsam, sich eher früher als später für Hörgeräte zu entscheiden. Denn je eher Sie sich versorgen lassen, desto besser können Hörschwächen ausgeglichen werden. Wenn die Hörminderung bereits weit fortgeschritten ist, wird es für den Betroffenen schwieriger, sich an die neue Hörsituation zu gewöhnen, denn die Anpassung ist ein Gewöhnungs- und Übungsprozess. So wird dem Gehirn ermöglicht, sich auf das Hörsystem einzustellen. Das Gehirn vergisst die Sinneseindrücke und ihre Verarbeitung für das richtige Hören, wenn zu lange mit der Hörgeräte-Versorgung gewartet wird. Wissenschaftler haben überdies einen Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und der Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken entdeckt. Grund dafür ist der Reizentzug des Gehirns und die daraus resultierende mangelhafte Förderung des Organs – was schlussendlich in einem Abbau der Leistungsfähigkeit mündet. Auch hier gilt: Je früher Sie sich mit einem Hörgerät versorgen lassen, desto mehr Risikofaktoren können ausgeschlossen werden. Mit einem Hörtest können Sie herausfinden, wie stark Ihr Hören schon eingeschränkt ist und wie Hörgeräte Ihnen helfen können.

Förderung durch die Krankenkassen

Sobald der Hals-Nasen-Ohren-Arzt bei Ihnen einen Hörverlust diagnostiziert hat, haben Sie einen Anspruch darauf, dass Ihre Krankenversicherung einen Teil der Kosten für Ihre neuen Hörgeräte übernimmt. Wie hoch die Unterstützung dabei ausfällt, variiert je nachdem, ob Sie gesetzlich oder privat versichert sind. Private Versicherte verhandeln Ihren Förderungsbeitrag selbstständig, sodass dieser vollkommen variabel ausfallen kann. Bei gesetzlich Krankenversicherten ist die Höhe der Förderung von der jeweiligen Krankenkasse und Ihrem Förderungssatz abhängig. Wie damals in der Presse berichtet, ist die Unterstützung für eine Versorgung durch Hörgeräte für die gesetzlichen Krankenkassen seit November 2013 vom Gesetzgeber angehoben worden. Diese liegt für zwei Hörgeräte in der Regel zwischen 1.100 Euro und 1.400 Euro. Dieser Betrag deckt für gewöhnlich bereits eine grundlegende Versorgung mit digitalen und multifunktionalen Hörgeräten ab, die die Lebensqualität bereits deutlich anheben. Für genauere Informationen zur Förderung ist es zu empfehlen, mit einem Hörgeräteakustiker in Kontakt zu treten und mit ihm ein beratendes Gespräch zu führen.

Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder Hörgeräteakustiker?

Wenn man festgestellt hat, dass man von einer Schwerhörigkeit betroffen ist, stellt sich oft die Frage nach den nächsten Schritten, um sein Hörvermögen zu steigern und somit seine Lebensqualität deutlich zu verbessern. Was ist wann zu tun, womit fängt man am besten an und welche Schritte sollten Sie auf keinen Fall vergessen?

  1. HNO-Arzt: Wenn Sie den leisesten Verdacht haben, dass ein Hörverlust vorliegt, ist der erste Schritt gewöhnlich ein Besuch beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt in Ihrer Nähe. Vereinbaren Sie einen Termin und treten Sie in einem solchen Fall direkt mit einem HNO-Arzt in Kontakt. Dort können Sie Ihr Gehör bei einem ausführlichen Hörtest überprüfen.
  2. Verordnung: Der HNO-Arzt stellt Ihnen dann eine Verordnung aus, die Sie einerseits für den Hörgeräteakustiker, andererseits für die Krankenkasse benötigen, um die Zuzahlung für Ihr Gerät zu erhalten.
  3. Hörgeräteakustiker: Bei dem Hörakustiker in Ihrer Nähe kann ebenfalls ein Hörtest erfolgen. Hierbei kommt es darauf an, ob dieser nach medizinischen Gesichtspunkten sinnvoll ist und für die Anpassung der Hörgeräte benötigt wird. Am besten ist es, wenn Sie dann mehrere Geräte zur Probe tragen, um herauszufinden mit welchem Sie sich am wohlsten fühlen.
  4. Ein optimales Hörgerät für Sie: Wählen Sie die Hörlösung, die Ihre Anforderungen am besten erfüllt. Anschließend erfolgt die individuelle Feinabstimmung durch den Akustiker. Das Gerät wird speziell auf Ihre Bedürfnisse eingestellt, um das optimale Ergebnis zu erzielen.
  5. Kauf: Wenn Sie sich für ein Hörgerät entschieden haben, unterzeichnen Sie einen Bestellschein. Anschließend wird das Gerät final an ihr Ohr angepasst und Sie erhalten eine Rechnung, die sie bequem per Überweisung begleichen können. Hier wird Ihnen, sofern Sie gesetzlich versichert sind, der Festbetrag der jeweiligen Krankenkasse angerechnet.
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Hörgeräte für Ihr Kind

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind einen Hörverlust hat, sollten Sie ebenfalls nicht zögern und einen HNO-Arzt aufsuchen. Unter dem Begriff Pädakustik wird die Hörgeräte-Versorgung bei Kindern verstanden. Es gibt verschiedene Produkte auf dem Markt, die einem Kind dabei helfen, die Welt der Töne und Klänge wieder zu hören. Insbesondere für Kinder ist es wichtig, dass sie frei in ihrer Entwicklung sind – wozu nicht zuletzt auch ein intaktes Gehör gehört. Ein Hörverlust kann schnell zu sozialen Hemmungen und in der Konsequenz zur Ausgrenzung führen. Dies gilt übrigens auch bis zu einem gewissen Maß für erwachsene Menschen. Informieren Sie sich am besten frühzeitig, wie Sie Ihrem Kind helfen können und welche Produkte es beispielsweise für das Klassenzimmer gibt. Ein Beispiel wäre etwa eine Übertragungsanlage und ein Ansteckmikrofon, über das der Lehrer spricht. So wird für ein schwerhöriges Kind alles, was der Lehrer erklärt, direkt über digitale Hörgeräte ins Ohr gespielt.

Noch mehr und komfortabler hören: Hörsysteme Zubehör

Nicht jedes digitale Hörgerät lässt sich direkt und ohne Umwege mit einem iPhone oder einem anderen Smartphone verbinden. Ein Streamer macht es dennoch möglich, die Hörgeräte aus der Ferne zu bedienen. Nicht selten bildet ein solcher Streamer das Kernstück der Zubehörreihe eines Herstellers. Als zentrales Element ist es häufig das verbindende Glied zu externen Ansteckmikrofonen oder anderen Verbindungsgeräten für TV, Stereo-Anlage oder Telefon. Bei einem Tinnitus kommt ein Noiser zum Einsatz, der bei der Behandlung der Ohrengeräusche hilft. In vielen modernen Hörgeräten ist solch ein Noiser bereits im Hörgerät integriert. Er erzeugt ein permanentes Rauschen, das Betroffene als sehr angenehm empfinden. So wird der Tinnitus verdrängt und das lästige Ohrgeräusch optimal ausgeglichen. Des Weiteren gibt es verschiedene Produkte aus dem Zubehörsortiment verschiedener Hersteller, die sich zum Reinigen der einzelnen Hörgeräte eignen. Ergänzend empfehlen sich dazu sogenannte Trockenboxen, in der die Hörgeräte über Nacht aufbewahrt werden, um sie vor dem Eindringen schädlicher Feuchtigkeit zu schützen. Stationen zum Aufladen von Hörgeräte-Akkus werden ebenfalls von einigen Herstellern geführt und können für Kosteneinsparungen sorgen, da der Nachkauf neuer Hörgerätebatterien entfällt.

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